Städtische Eigenjagd

Daten und Fakten zum Eigenjagdrevier der Stadt Immenstadt


Von 1990 bis zum März 2001 wurde die städtische Eigenjagd auf einer Fläche von 1500 ha in Eigenregie betrieben. Nach über 10jähriger Verpachtung hat sich die Stadt  zum 01.04.2013 wiederum zur Eigenbewirtschaftung entschieden.

Im Eigenjagdrevier der Stadt kommen noch folgende jagdbare Wildarten vor:
Rotwild, Rehwild, Gemswild, Dachs, Fuchs, Marder, Wildschweine als Wechselwild. Zusätzlich bieten die naturnah bewirtschafteten Wälder mit einer Vielzahl an Biotopen noch vielen seltenen Tierarten Unterschlupf und Lebensraum, z. B. Steinadler, Uhu, Wanderfalke, Dreizehenspecht, Weißrückenspecht, Haselhuhn, Auerhuhn, Birkhuhn. 

Das Rotwild (Zählbestand 2012: 50 Stück) überwintert in einem 1990 angelegten Wintergatter auf der Alpe Wildegund. Dort ist auf ca. 40 ha eingezäunter Fläche, umgeben von einem Wildschutzgebiet (120 ha) mit Betretungsverbot vom 1.11. bis 15.5., sichergestellt, dass die notwendige Ruhe des Wildes und damit die Verhinderung von Wildschäden gewährleistet ist. Das Rotwild wird dort im Winter täglich einmal gefüttert. Durch diese bewährte Maßnahme konnten die vorher großflächig erheblichen Waldschäden im Kerngebiet fast gänzlich reduziert werden. Rehe und das Gemswild werden zugunsten eines gewünschten Rotwildbestandes besonders in den Schutzwaldlagen verstärkt bejagt. Probleme verursacht Rotwild, welches aus den umgebenden Revieren mit freien Fütterungen ins städtische Revier zieht und dort Schäden anrichtet.

Mit der Übernahme der Jagd in Eigenregie ab 2013 verspricht sich die Stadt Immenstadt eine bessere Erreichung wichtiger Ziele zum Aufbau von funktionsfähigen Schutzwäldern ohne Einschränkungen durch trophäenorientierte Zielsetzungen.


Abschußplanung und Beruhigung von Lebensräumen


Die jährlich von der Unteren Jagdbehörde festgelegten Vorgaben sehen derzeit den Abschuß von 28 Stück Rotwild, 8 Gemsen sowie 50 Rehen vor. Besonders die Regulierung der Rotwildbestände gestaltet sich durch starken Besucherdruck und dichten Aufwuchs besonders schwierig, zumal diese größte Allgäuer Wildart seine Aktivitäten stark in die Dämmerungs- und Nachtzeiten verlegt hat. Das erlegte Wildbret wird von einheimischen Gastronomiebetrieben und Metzgereien verwertet.

Restvorkommen der seltenen Rauhfußhühner (Auerhuhn, Birkhuhn, Haselhuhn) werden gezielt durch Besucherlenkung auf den Wanderwegen und Verzicht auf forstliche Maßnahmen beruhigt. Eine Sicherung der Populationen kann jedoch nur durch eine Verbindung der Habitate auf großer Fläche erreicht werden, um einen Austausch und damit genetische Verarmung zu vermeiden. Der Steinadler, mittlerweile im Allgäu in allen Revieren wieder gesichert, zieht ebenfalls um die Immenstädter Hausberge seine Kreise. Auch der Uhu als größte europäische Eulenart sowie der Wanderfalke ist im Stadtwald heimisch. Gezieltes Belassen von toten Bäumen dient vielen seltenen Tierarten, z. B. dem Weißrückenspecht, als Lebensraum. Daneben werden größere Waldflächen nicht oder nur sehr unregelmäßig bewirtschaftet, um die Störungen von gefährdeten Tier- und Pflanzengesellschaften auf ein geringes Maß zu reduzieren.