Der Immenstädter Stadtwald

Ein beliebter Wandergebiet in unmittelbarer Nähe der Stadt


Der größte Teil des städtischen Waldbesitzes liegt zusammenhängend im Steigbachtal, einem beliebten Wandergebiet in unmittelbarer Nähe der Stadt.

Ursprünglich aus abgelösten Allmendewäldern und Nutzungsrechten entstanden, beträgt die Gesamtfläche ca. 1000 ha. Es handelt sich hauptsächlich um Bergmischwälder in Höhenlagen zwischen 750 und 1600 m. Die Hauptbaumart ist die Fichte mit ca. 70 %, gefolgt von der Rotbuche, Bergahorn, Weißtanne und Ulme. Größtenteils handelt es sich um Nagelfluh-Verwitterungsböden (Untere Süßwassermolasse), die meist nährstoffreich sind und für gute Wuchsbedingungen sorgen. 

Durch eine naturnahe Bewirtschaftung soll sichergestellt werden, dass auch nachfolgende Generationen von den wichtigen Schutz- und Nutzwirkungen des Stadtwaldes profitieren können.  So kommt ein Großteil des Immenstädter Trinkwassers aus ergiebigen Quellen im Steigbachtal. Eine wichtige Funktion hat besonders der Schutzwald auf der Nordseite des Immenstädter Horns. Er hat bereits mehrmals Schäden an der nahe angrenzenden Bebauung durch Felsstürze verhindert. Über 60 % der Fläche sind als Schutzwald nach dem Bayerischen Waldgesetz ausgewiesen.


Bestandsinventur

Die 2004 durchgeführte Bestandsinventur hat ergeben, dass ein jährlicher Hiebssatz von 4800 Festmeter Holz (= errechneter Zuwachs pro Jahr) nachhaltig aus dem Stadtwald entnommen werden kann. Trotz einer oftmals sehr angespannten Holzmarktlage konnte der Stadtwald in den letzten Jahren durchgehend schwarze Zahlen schreiben. Inzwischen sind die Holzpreise, bedingt durch die stark gewachsene Rohstoffnachfrage, auf einem guten Niveau und lassen auch in schwierigen Lagen auskömmliche Ergebnisse zu. 

Die sonstigen Wohlfahrtswirkungen des Waldes, wie z. B. Schutz- und Erholfunktion, werden als kostenlose Zinsbeigabe mitgeliefert. 

Unser Betrieb ist nach den Richtlinien der PEFC zertifiziert und entspricht daher voll und ganz den dort geforderten Vorgaben für eine umweltfreundliche Bewirtschaftung.


Bewirtschaftung

Die Bewirtschaftung der städtischen Eigenjagd soll gewährleisten, dass die Ziele der naturnahen Waldbewirtschaftung nicht durch übermäßige Wildschäden vereitelt werden.

Durch den Bau eines Wintergatters im Jahr 1990 für das heimische Rotwild konnten die vormals erheblichen Schälschäden fast gänzlich reduziert werden. Inzwischen wächst die Verjüngung auf vielen  Flächen üppig an, aufwendige Pflanzungen sind auf ein Minimum reduziert. Mit Ablauf des geltenden Jagdpachtverhältnisses 2013 wird die Jagd wieder in Eigenregie geführt. Damit ist sichergestellt, dass die Anforderungen der Gesellschaft an einen funktionsfähigen Schutzwald ohne Beeinflussung durch eine trophäenorientierte und den Betriebszielen zuwider laufende Jagdausübung verhindert werden. Besonders die Weißtanne soll gefördert werden, weil diese Baumart im Bergwald unverzichtbare Funktionen erfüllt, aber leider bevorzugt vom Wild verbissen wird. 

Durch Ruhigstellung sensibler Gebiete wird versucht, dort lebenden seltenen Tier- und Pflanzenarten Rückzugsräume zu schaffen und deren Lebensbedingungen zu verbessern. Durch Besucherlenkung auf dem umfangreichen Wanderwegenetz des beliebten Erholungsgebietes Steigbachtal können solche Biotope gezielt störungsarm gehalten werden. 

Aktuelles aus dem Stadtwald

  • Im Jahr 2017 wurden ca. 4500 fm Holz im Stadtwald eingeschlagen. Die Schwerpunkte lagen im Bereich der sog. "Rottach" im Südhang des Immenstädter Horns und im Bereich der Alpe Wildengund. Die Sturmschäden am Jahresanfang, die zu vielen Einzelwürfen geführt haben, wurden ebenfalls rechtzeitig aufgearbeitet, um keinen Befall des Borkenkäfers zu riskieren.
     
  • Die Hiebsmaßnahmen wurden hauptsächlich zur Einleitung von Naturverjügungen und als Durchforstungen zur Pflege durchgeführt. Auch ca. 500 fm wurden vom Buchdrucker befallen und rechtzeitig aufgearbeitet, um weitere Schäden zu vermeiden.  Damit kann der Stadtwald wieder einen ansehnlichen Reingewinn von knapp 100.000 € verbuchen.
     
  • Immenstadt ist Projektgebiet der Bergwaldoffensive des Freistaates Bayern, einem Programm, das sich zu Ziel gesetzt hat, die Zukunftsfähigkeit des Bergwaldes zu unterstützen. In diesem Rahmen wurden  umfangreiche Maßnahmen im Stadtwald getätigt. Neben einigen Rückewegen zur besseren Bewirtschaftung einzelner Standorte wurden auch Maßnahmen im Naturschutz gefördert, z. B. die Anlage eines Amphibienteichs und die Kartierung von Quellstandorten, um sensible Bereiche bei der Bewirtschaftung zu schonen.
     
  • Pflanzarbeiten werden im Immenstädter Stadtwald nur dort vorgenommen, wo durch Wind und Borkenkäfer vorzeitig Auflichtungen stattgefunden haben oder eine Mischung mit anderen Baumarten zur Naturverjüngung erreicht werden will. 2017 sind ca.5000 junge Tannen-Pflänzchen gesetzt worden. Dazu wurden Bestände ausgewählt, wo bisher aufgrund der mangelnden Samenbäume keine Naturverjüngung dieser sehr wichtigen Baumart möglich war. Dazu ist es dringend erforderlich, dass die Wildstände auf ein diesen Zielen angepasstes Maß gebracht werden. Seit der Übernahme der Jagd in Eigenregie hat die Tanne in der Verjüngung deutlich zugenommen und wird auch erfreulicherweise kaum mehr verbissen. Dies konnte durch die jährliche Aufnahme der zur Kontrolle des Wildverbisses eingerichteten Weisertrakte eindeutig bestätigt werden.
     
  • Der überwiegende Teil des Nachwuchses findet über Naturverjüngung statt. Dies ist meist die kostengünstigste und der Natur am besten angepasste Methode. Dafür werden vom Freistaat Bayern Förderungen bezahlt, die auch im Stadtwald in Anspruch genommen werden.

Informationen zum Erdrutsch am Immenstädter Horn:

 

  • Am Mittwoch, 22. März 2006 ging auf der Ostseite des Immenstädter Horns ein riesiger Erdrutsch ab. Auf einer Fläche von inzwischen ca. 5 Hektar lösten sich geschätzte 300.000 Kubikmeter Gesteins- und Erdmaterial und richteten schwerste Schäden an, die die Stadt und das Steigbachtal gefährdeten.
     
  • Weitere Informationen zum Thema finden Sie hier​​​​​​​.

Produkte aus dem Stadtwald

Wir bieten Ihnen:

  • Rohholz aus nachhaltiger Forstwirtschaft, alle Stärken und Qualitätsklassen, insbes. Hochlagenholz mit engem Jahrringbau. Unser Betrieb ist nach PEFC-Richtlinien zertifiziert.
     
  • Saatgut aus anerkannten Beständen: 12 ha Stieleichen-Bestand (Quercus robur, Sonderherkunft 800 m), Rotbuche (Fagus sylvatica) aus Herkunfsgebiet 9 (übriges Süddeutschland und Alpen)
     
  • Wildbret von Rotwild, Gems und Rehwild aus dem eigenen Revier
     
  • Brennholz zur Selbstaufarbeitung, Hackstöcke, Schwedenöfen
     
  • Ahorn, Ulmen und Eschenholz in Schreinerqualität, auch einzelne Stämme auf Nachfrage